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All posts for the day November 5th, 2017

Die Düsternbrook Farm ist die älteste Gästefarm in Namibia und noch heute im Deutschen Familienbesitz. Sie liegt sehr malerisch eingebettet am östlichen Anstieg des Khomas Hochlands, 50km nördlich von Windhoek. 

Schon der Blick von der Terrasse des Haupthauses ist Erholung pur 

Das zur Farm gehörige Land ist riesig. Zur Farm gehören wilde Tiere wie Oryx, Kudu, Eland, Giraffen und weitere Antilopenarten, aber auch Kühe und Hunde. Und natürlich der Stolz der Farm, zwei Geparden und zwei Leoparden. Diese werden zwar in Gehegen gehalten, welche aber jeweils 2 Hektar groß sind. Davon mehr in einem anderen Bericht. 

Ich bin im Dama Haus untergebracht, was eigentlich für eine ganze Familie gedacht ist. Sogar mit eigener Saeco Kaffeemaschine und Wintergarten mit Aussicht!  

Winter ist es hier gerade definitiv nicht, und so fühlt sich der Wintergarten eher an wie Gewächshaus…  Viel schöner ist es, am Pool oder an der Terrasse der Rezeption abzuhängen und es sich gut gehen zu lassen. 

Weil es hier definitiv schöner ist als in Windhoek, habe ich um einen Tag verlängert. Anstatt wieder an der Hauptstraße lang zurück zu radeln, werde ich lieber noch ein paar Oryxen und Kudus auf der Farm per Radl ‚Griasdi‘ zurufen. 

Leider gibt’s ja den direkten Weg über die Berge nicht (rote zu blaue Markierung) – also ging es erst mal mit dem Auto zurück nach Windhoek. 

Direkt an der B1, die von Windhoek nach Norden führt, sattelte ich wieder auf.  Ca. 30 km radelte ich entlang einer 4-spurigen Bundesstraße.  Platz ist hier ja genug, so dass ich den Seitenstreifen ganz für mich allein hatte. Nur die letzten sechs Kilometer vor dem Abzweig wurde es enger, weil Baustelle und nur zwei Spuren. Zwischendurch ein Hinweis, dass es wohl auch ehemalige Oberfranken gibt, die hier wohnen: Abzweig nach Döbra…

Die letzten 18 Kilometer waren wieder ungeteert und einiges anstrengender als auf der Hauptstraße. Dafür aber viel pittoresker, an den Bergen entlang und durch mehrere Farmen, die durch Kuhgitter und hohe Zäune voneinander getrennt sind. Kurz vor der Farm holten mich Evelyn und Eduard wieder ein, die ich schon auf der Leopard Lodge kennen gelernt hatte. Ohne die beiden hätte ich wohl die süße „Kleine“, die auf dem Foto hinter mir steht, gar nicht bemerkt… 

Hier waren zum Glück ein paar mehr Gäste, so dass ich kein schlechtes Gewissen zu haben brauchte, als ich mich gleich noch für die Leoparden- und Gepardenfütterung sowie für den Game Drive am gleichen Abend anmeldete. 

Eine Problem wollte ich gerne gelöst haben, bevor es wieder on the road geht: das nervige Schleifen meiner Taschen am Hinterrad. Der Gepäckträger musste irgendwie seitlich fixiert werden, damit er sich nicht mehr bei jeder Erschütterung dreht.  Und so sieht die afrikanisch inspirierte Lösung aus:

Der Rahmen würde mittels zwei auf die korrekte Länge geschnittene Stahlstreifen bis zum Gepäckträger verlängert. Diese mit Kabelbindern befestigt, so dass keine Seitwärtsbewegung mehr möglich war. Der Gepäckträger mit zwei weiteren Kabelbindern auf Zug in der Mitte justiert – passt, wackelt nicht und hält!!

Jetzt muss ich ein paar Tage zurück springen,  weil ich die letzten Tage zu faul gewesen bin…  So langsam komm ich in Urlaubsmodus! 

Hier auf der Leopard Lodge war ich fast zwei Tage der einzige Gast. Der für Abends geplante Game Drive wurde auf morgen verschoben, wenn die anderen Gäste kommen. Die kamen aber nicht, und man hat mich deutlich spüren lassen, dass die keine Lust haben, nur wegen mir allein auf Game Drive zu gehen. Morgen war aber schon Abreise, und ich wollte das Gelände gerne noch sehen. Die Wanderung frühmorgens führte durch die – zumeist trockenen – Flussläufe des Geländes. Die bestanden nicht nur aus Sand, sondern aus vielen tiefen Canyons! Total unerwartet, taten sich auf einmal Aussichten auf, die fast an den Antelope Canyon in USA erinnerten!  

Bei einem kleinen Spaziergang bekam ich sogar eine der beiden Hyänen doch noch vor die Linse.

Am Nachmittag kamen zwei weitere Gäste. Die wollten aber leider nicht mit zur Pirschfahrt, also blieb ich trotzdem allein. Endlich bekam ich eine paar der wohl ca. 100 Giraffen zu sehen. Und Paul, das 60-jährige über 4m lange Krokodil, das mit zwei jüngeren Gesellinnen in einem See nahe der Farm lebt und sehr zahm ist. 
Am nächsten Morgen wurde ich dann nach Windhoek gefahren. Denn der kurze Weg über die Berg zu meiner nächsten Lodge – Düsternbrook Farm – den mir Google maps empfohlen hatte, existiert nicht….