Habt ihr mit mir zusammen mitgestaunt, mitgeschnauft, mitgefreut, mitgelitten, als ich durch Afrika geradelt bin? – Dann kommt doch zu meiner Multivisions-Show! Ich werde die Reise noch einmal lebendig nacherzählen, so wie mittendrin!

19. Januar 2014 (Mo.)             19:30 Uhr

12000 Kilometer mit dem Fahrrad durch Afrika - Eine Reise für einen guten Zweck

Eine-Welt-Haus München Schwanthalerstr 80, Rückgebäude

Anfahrtsbeschreibung

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Vier Monate lang dauert die Reise, durch neun Länder führt sie. Ein Kontinent, von Nord nach Süd. Claudia radelt durch die Wüsten des Sudan und über die Berge Äthiopiens. Sie überquert den Äquator in Kenia und taucht ein in die Tierwelt Tansanias. Durchs heiße Malawi kommt sie nach Sambia, wo die Viktoriafälle tosen. Über Botswana und Namibia endet ihre Reise schließlich in Kapstadt/ Südafrika.
Immer mit dabei: ihre Kamera!

Fast einen Tag war ich unterwegs. Dann endlich: die Landung in München. Mein Gepäck ist schneller da als ich: von der Passkontrolle aus kann ich es schon sehen. Außen kann ich endlich meinem Olli in die Arme fallen!IMG_5266_klein

Olli wirkt etwas nervös, schaut rum. Fragt schließlich, ob er man Handy benutzen kann. Oder ob ich meine Eltern schnell mal anrufen könnte. Die Überraschung: meine Eltern sind auch zum Flughafen gekommen! Sie sind extra 3h mit dem Zug angereist, nur um mich begrüßen zu können! Empfangskommando2_klein

Die S-Bahn fährt pünktlich, 45 Minuten später bin ich endlich Zuhause angekommen.

So. 36 kg Gepäck eingecheckt. Diskussion mit der netten Dame von South African Airlines, wg. Übergepäck. Etihad erlaubt 40 kg. SAA nir 30. Nach anfänglichem Sträuben hat sie mich durchgelassen.

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Warten am Gate, mit meinem gewohnten Flughafenfutter:

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Der letzte Abend in Afrika. Von vielen Mitradlern habe ich schon Abschied genommen, die Gruppe löst sich langsam auf. Ich beschließe, den Abend alleine an der Waterfront zu verbringen. Bummle umher, genieße die kühle klare Herbstluft.

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Sozusagen als krönenden Abschluß gönne ich mir eine leckere Seafood-Platte und als Vorspeise Ostrich-Carpaccio mit einem Glas Sekt.

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Morgen werde ich in’s Flugzeug steigen und nach vier Monaten Afrika erst mal Lebewohl sagen.

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Als letztes Gemeinsames Event hat Mit-Radlerin Amanda eine Weinprobe organisiert.

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Eigentlich sogar zwei Weinproben, Lunch, und eine Schokoladenverkostung!

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In den bunten Herbstfarben des Kapstadter Weinlandes, bei schönstem Sonnenschein könnte der Abschied nicht schwerer fallen. Hier kann man spätestens verstehen, dass Südafrika und insbesondere Kapstadt für viele ein wirklicher Lebenstraum ist.

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Der krönende Einlauf an der Vicoria and Albert Waterfront.

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Waterfront mit dem Tafelberg im Hintergrund

Viele Freunde und Verwandte von Radlern sind hier, Musik, Freude, Umarmungen, Glückwünsche. Auch viele Touristen möchten wissen, was denn hier los ist. Wie – mit dem Fahrrad durch Afrika fahren?

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Birgit freut sich mit mir

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Wir drei Deutschen: Birgit, Alessandro und ich

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Zusammen mit Kim und Steven habe ich viele Kilometer zurückgelegt

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Das Team der TdA: Tourleiter Randy, Rennleitung Gillian, Lunch-Stevie, Bina (Kommunikation), Justin (Fahrzeuge), Koch Yannis, Fahrradmechaniker Alex, Krankenschwester Hannah und Noah (Dinner Truck-Fahrer)

Nach vier Monaten:

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- das letzte Mal Zelt aufstellen
- das letzte Rider Meeting
- das letzte “Dinner’s ready!”
- das letzte Mal in den Schlafsack kriechen
- das letzte Mal im Zelt Sachen für Morgen richten
- das letzte Mal außen schlafen (heute leider nicht unter afrikanischem Sternenhimmel, da bewölkt)
- das letzte Mal morgens vom Knarzen der Truck-Türen aufwachen
- das letzte Mal Zelt einpacken (zum Glück trocken!)
- das letzte Mal Frühstück, auf Klappstühlen (muss nicht mehr Porridge essen sondern habe Deutsches Müsli)
- das letzte Mal rauf auf’s Fahrrad und sehen, was der Tag so bringt.
Besondere Gefühle? Noch nicht wirklich…

Nach zwei Stunden Radeln durch die Morgen-Graue Kaplandschaft plötzlich eine Fata Morgana: glitzernde weiße Hochhäuser, ein Berg… ich warte fünf Minuten, bis sich die Wolken etwas lichten: es ist der Tafelberg! Wie weit ist es noch?
Ich gleite bergab, hinunter an den Strand. Auf einmal sehe ich den Ozean! Der Wind peitscht hohe Wellen an den Strand. Viele reißen ihr Fahrrad für’s Foto in die Luft.

DSCN5398_kleinHier beginnt der Konvoi. Die letzen 30 Kilometer werden wir gemeinsam zurück legen.
Besondere Gefühle? – Noch nicht wirklich…

Es ist kalt, ich friere.

Der Konvoi: entlang der Table Bay hinein nach Kapstadt. Den Tafelberg immer im Blick. Ankunft an der Victoria&Albert Waterfront. Musik, Jubel, wir werden gefeiert und empfangen Gratulationen. Schließlich sind wir 12000 Kilometer durch Afrika geradelt.
Besondere Gefühle? – Immer noch nicht!

Wir beziehen unsere Hotelzimmer. Chaos, der Inhalt unserer Schließfächer – unser ganzer Hausstand der letzten vier Monate, Zelt, Schlafsack, Isomatten – auf winzige Hotel-Doppelzimmer verteilt. Schnell geduscht, salonfähig gemacht, soweit das mit unseren oft speckigen Klamotten, in denen wir die letzten vier Monate verbracht haben, möglich ist. Nächster Termin: Dinner. Bankett, Reden, Ehrungen. Dieses Mal ohne Campinggeschirr, Teller auf dem Tisch anstatt auf dem Schoß, Weingläser anstatt Bierflaschen oder Plastikbecher.
Besondere Gefühle?

Ich denke, noch bin ich noch gar nicht richtig angekommen. Irgendwann zwischen Äthiopien und Namibia hat mein Gehirn den Anschluß verloren. Konnte die vielen Eindrücke nicht mehr verarbeiten. Die Tour ist als Radrennen konzipiert – man muss mithalten, selbst wenn man nicht am eigentlichen Rennen teilnimmt. … zum Zeit lassen, setzen lassen, Nachdenken bleibt kaum Zeit.
Meine Hoffnung war, in diesen vier Monaten viel Zeit zu haben, Afrika zu entdecken. Vier Monate sind leider nicht lang genug, um auf dem Fahrrad durch Afrika zu fahren. Man ist ständig auf der Durchreise. Ich hatte zwar viel Kontakt zu Einheimischen – mehr, als ich im Auto je gehabt hätte – bin aber trotzdem nie irgendwo angekommen. Ich denke, es wird ein bisschen so sein wie bei “normalen” Urlauben: viele Erinnerungen werden kommen, wenn ich die vielen Fotos wieder anschaue, die Blogs noch mal lese, von der Reise erzähle, mich vielleicht irgendwo in der Welt mit Mitradlern treffe und Rückschau halte. Ankommen werde ich erst zuhause. Bei meinem Schatz in München. Dort wird das “normale” Leben wieder losgehen – von dem ich noch gar keine Ahnung habe, wie das aussehen wird. Ich freue mich auf alles, was kommt! Ich denke, irgendwann werde ich darauf stolz sein, Afrika auf dem Rad durchquert zu haben.

 

Der vorletzte Tag. Das Dorf auf dem Berg, das gar nicht auf dem Berg ist, entlässt uns mit kaltem Wetter und vor allem: Regen! Das Camp im Wald ist matschig, unsere Zelte sehen dementsprechend aus, müde lustlose Gestalten schleichen um den Kaffee herum. Kaum einer hat heute überhaupt Lust, bei der Kälte auf’s Fahrrad zu steigen. Die drei “EFI”-ler (die also Every Fucking Inch bisher gefahren sind) packen’s natürlich an. Außer ihnen noch ca. 10 weitere Wagemutige. Wir anderen steigen in die Trucks und lassen uns shutteln. Nach dem Mittag haben die meisten Wagemutigen aufgegeben. Rekordbesetzung im Truck! 14 Leute in einer kleinen Box, in der es eigentlich nur sieben Sitzplätze gibt…

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Bleibt nur zu hoffen, dass morgen, auf unserer letzten Etappe nach Kapstadt, der Himmel dicht hält!!